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Soziale Arbeit als Beruf
von Michael Rothschuh
Kap. 11- Theorien der Sozialen Arbeit
Themen
und Fragestellungen
Gegenstandsbestimmungen: was ist Soziale
Arbeit?
"Theoretiker"
Themen
Eine aktuelle Diskussion wird geführt über "Sozialarbeitswissenschaft", die teilweise als eigenständige bestehende Wissenschaft, teilweise als ein zu realisierendes Projekt oder aber auch als Kunstprodukt angesehen, das Fachhochchullehrende aus wissenschaftspolitischen Profilierungswünschen anstreben würden.
Diskutiert werden u.a. folgende Fragen:
- Was ist der Gegenstand der Sozialen Arbeit als Wissenschaft, als Praxis und als Ausbildung? (z.B. "Soziale Probleme" oder "Lebensbewältigung" [vgl. Sahle in http://www.fh-fulda.de/dgs/sozarbwi.htm])
- Worin liegt die "gesellschaftliche Funktion" der Sozialen Arbeit? (Hat sie z.B. die Doppelfunktion von "Hilfe" und "Kontrolle", der "Prävention" oder ist sie "Soziale Dienstleistung"[dazu z.B. Widersprüche, Heft 79, 2001])
- Gibt es ein einheitliches Feld "Soziale Arbeit" oder fällt diese in Sozialarbeit (Thema: Soziale Probleme) und Sozialpädagogik (Thema: Jugend, Kindheit) auseinander?
- Worin besteht das "Spezifische" der Sozialen Arbeit gegenüber anderer Berufstätigkeit? (im Gegenstand?, in den Methoden?, in der Grundhaltung?, in der Funktion?)
- Gibt es eine "Leitwissenschaft"? Oder ist Soziale Arbeit eine eigenständige Wissenschaft?
Eine Positionsbestimmung ist zu finden in: Deutsche Gesellschaft für Sozialarbeit, www.fh-fulda.de/dgs/sozarbwi.htm
"Eine sich immer stärker ausdifferenzierende, pluralisierende und individualisierende Gesellschaft produziert mit dem sozialen Wandel unweigerlich Anforderungen und Probleme, die die Anpassungsfähigkeit und Bewältigungskapazität der Menschen und ihrer Sozialbeziehungen zu überfordern drohen. Neben "alte" Probleme der Daseinsbewältigung treten "neue" Aufgaben der psychosozialen Beratung, Begleitung und Unterstützung von Menschen in unterschiedlichen Benachteiligungen und Verwicklungen, Nöten und Krisen, die zu wesentlichen Teilen der Sozialen Arbeit übertragen sind. Der enormen Ausweitung (quantitativ) und Anforderung (qualitativ) versucht sie mit unterschiedlichen Berufs- und Ausbildungsstrategien zu begegnen. Ins Zentrum einer zeitgemäßen Sozialarbeit rücken die wissenschaftsgestützte Ausbildung und professionelle Anwendung, wie sie im internationalen Social Work üblich sind. Eine dafür notwendige eigenständige Sozialarbeitswissenschaft beginnt sich nun auch im deutschen Sprachraum zu profilieren (vgl. Wendt 1994, Wilfing 1995, Staub-Bernasconi 1995, Puhl 1996, Merten/Sommerfeld/Koditek 1996, VeSAD 1996, Maier 1997)."
Eine dazu kontrastierende Funktionsbestimmung wird so zusammengefasst:
"Es ist...davon auszugehen, dass sich die kontrollierenden Aspekte der Sozialen Arbeit durch ihre Einbeziehung in Diskurse und Politiken der inneren Sicherheit erweitert haben, dass sie soziale Ausschließung legitimiert und provoziert und somit im Endeffekt zum ‚Manamegemt der Spaltung der Gesellschaft (Schaarschuch 1994) beiträgt." (Beckmann, Christof, 2001: Soziale Arbeit zwischen Prävention und Ausschluss, Widersprüche 79, S. 59)
(nach oben)
Gegenstandsbestimmungen: was ist Soziale Arbeit?
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Quelle |
Gegenstand |
Textauszug |
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Meyers Großes Universallexikon |
SozA |
Die persönliche Betreuung von Personen oder Gruppen, die aufgrund ihres Alters, ihrer sozialen Stellung, ihres körperlichen oder seelischen Befindens dieser Betreuung bedürfen (z.B. Kinder, Jugendliche, alte Menschen, Nichtseßhafte, Obdachlose, Behinderte, Pflegebedürftige, Suchtkranke, Straffällige); sie schließt Beratung, Erziehung, Pflege und verschiedene andere Hilfeleistungen ein und hat das Ziel Hilfesuchende zu befähigen) unabhängig von öffentlichen Hilfen zu leben (Hilfen zur Selbsthilfe). ...
In Anbetracht der Kritik, daß Sozialarbeit zwar soziale Mißstände mildern, aber deren gesellschaftliche Ursachen nicht antaste, hat sich die Sozialarbeit immer mehr zu einer Einrichtung entwickelt, die mit ihren Maßnahmen mehr soziale Gerechtigkeit anstrebt, so daß der ursprünglich allein karitative Auftrag der Sozialarbeit kaum noch von ihrer politischen Funktion zu trennen ist. |
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Brockhaus 2002 |
SozA |
Sozialarbeit
(früher Fürsorge, Wohlfahrtspflege), die persönliche Betreuung von Einzelnen (Einzelhilfe oder »Casework«), Gruppen (Gruppenarbeit), Familien (Familienhilfe) sowie die Förderung von Integration im Wohnumfeld (Gemeinwesenarbeit), daneben Organisations-, Planungs- und Vermittlungsarbeit (»Casemanagement«). Zielgruppen können Menschen aller Altersstufen und Problemlagen sein (z. ÿB. Jugendliche, Ältere, Ausländer, Behinderte, Suchtkranke). Sozialarbeit schließt Beratung, Erziehung, Vermittlung, Betreuung, auch materielle Hilfeleistungen (z.ÿB. Sozialhilfe, Wohngeld) ein und soll zu einem Leben unabhängig von fremder Hilfe befähigen. Sozialarbeit wird vorwiegend institutionell von Fachkräften (Sozialarbeitern) angeboten und nach Arbeitsfeldern unterschieden (z.ÿB. Familienhilfe, Gesundheitsvorsorge, Gerichts- und Bewährungshilfe, Wohnungs- und Obdachlosenhilfe). Die meisten Sozialarbeiter sind bei öffentlichen (Jugend-, Sozial-, Gesundheitsamt) und freien Trägern (Wohlfahrtsverbände) beschäftigt. Aufgaben und Arbeitsfelder überschneiden sich mit denen der Sozialpädagogik (gemeinsame Oberbegriffe: soziale Arbeit, Sozialwesen).
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG |
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Brockhaus 2002 |
SozP |
Sozialpädagogik,
derjenige Bereich des Sozialwesens, dessen Gegenstand die Theorie und Praxis der außerfamiliären und -schulischen Erziehung und Bildung sind. Die Sozialpädagogik hat inhaltlich, v. ÿa. aber in der praktischen Tätigkeit viele Berührungspunkte mit der Sozialarbeit, von der sie sich allerdings insbesondere durch ihre Entstehungsgeschichte unterscheidet. Die Sozialpädagogik entstand im 19.ÿJahrhundert (der Begriff Sozialpädagogik wurde 1850 von A.ÿDiesterweg geprägt), um den sozialen Veränderungen und nachteiligen Folgen der Industrialisierung (z.ÿB. Landflucht, Veränderung der Familienstruktur), unter denen v.ÿa. Kinder und Jugendliche zu leiden hatten, mit erzieherischen Hilfen wie Kindergärten oder Jünglings- und Gesellenvereinen sowie speziellen inhaltlichen Konzepten (z.ÿB. Kriminalpädagogik) zu begegnen.
Neuere Ansätze fassen Sozialpädagogik nicht mehr als Not-, Fürsorge- oder Erziehungshilfe für einen bestimmten bedürftigen Personenkreis (traditionell meist Kinder und Jugendliche) auf, sondern verstehen sie als differenziertes System vorbeugender, beratender, fürsorgerischer und pädagogisch-therapeutischer Angebote mit vorrangig stützender integrativer Funktion.
Ziele gegenwärtiger Sozialpädagogik sind die Förderung eigenständiger Entscheidungen und selbstverantwortlichen Handelns, die Erarbeitung konstruktiver Problem- und Konfliktlösungen, die Bewältigung von Lebensanforderungen und die Integration sozial, gesellschaftlich oder/und persönlich benachteiligter beziehungsweise beeinträchtigter Menschen. Gesellschaftliche Widersprüche sollen jedoch durch die sozialpädagogische Arbeit nicht entschärft, verharmlost oder unterdrückt werden. Vielmehr sollen die »Klienten« die Widersprüchlichkeit und (kommerzielle) Interessengebundenheit gesellschaftlicher Wirklichkeit erkennen und zur Realisierung der eigenen Ideen und Zielvorstellungen befähigt werden.
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG |
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Encarta 2000 |
SozA |
Sozialarbeit, professionelle Betreuung von hilfsbedürftigen Personen. Sozialarbeit und Sozialpädagogik beschäftigt sich u. a. mit vernachlässigten und missbrauchten Kindern, mit Menschen in psychosozialen Problemsituationen, mit der Eingliederung von körperlich und geistig Behinderten in die Gesellschaft, mit der Wiedereingliederung nach Straffälligkeit, mit Problemen des Alterns, mit Menschen in materieller Not sowie mit Wohnungslosen und Nichtsesshaften.
Früher wurden alle Formen der Wohltätigkeit, auch die von sozial eingestellten Laien, als Sozialarbeit betrachtet. Solche Aktivitäten konzentrierten sich hauptsächlich auf die Lösung der unmittelbaren Probleme der Hilfsbedürftigen und trugen wenig zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse bei, die diese Not verursachten. Als man dies erkannte, versuchte man die Aktivitäten der Sozialarbeit zu bündeln, um sowohl für die Bedürftigen als auch für die Allgemeinheit den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. |
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Encarta 2000 |
SozP |
Sozialpädagogik, von Adolf Diesterweg (1790-1866) geprägter Begriff, der die pädagogischen, therapeutischen und beraterischen Dienstleistungen des Sozialwesens zusammenfasst, mit deren Hilfe gesellschaftlich benachteiligte oder persönlich beeinträchtigte Menschen zu möglichst eigenständiger Lebensbewältigung befähigt und zur Integration in die Gesellschaft ermutigt werden sollen. Sozialpädagogische Maßnahmen entstanden im 19. Jahrhundert, als u. a. kirchliche Vertreter versuchten, mit pädagogischen Mitteln Kindern und Jugendlichen zu helfen, die unter der Zerschlagung der Großfamilien und der Auflösung der dörflichen Lebensgemeinschaften in der industriellen Revolution zu leiden hatten. Dazu gehörten beispielsweise die Lehrlings- und Gesellenvereine von Adolf Kolping (1813-1865), die später zum katholischen Kolpingwerk ausgebaut wurden. Auch wurden spezielle Kindergärten und Schulen in den großen Städten gegründet. Die Sozialpädagogik hat große Überschneidungsbereiche mit der Sozialarbeit. Diese war zunächst als Sozialfürsorge angelegt und zielte auf die möglichst weitgehende Integration unterprivilegierter Gruppen (z. B. Obdachlose, Drogensüchtige, Strafentlassene, aber auch allgemein Randgruppen, Alleinerziehende usw.). Heute wird eher eine Hilfe zur Selbsthilfe auf der Basis der jeweils aktuellen Sozialforschung für betroffene Bevölkerungsteile angestrebt.
Verfasst von: Joachim Hasebrook |
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Meyers Großes Universallexikon |
SozP |
Im Rahmen des Sozialwesens tätige pädagogische Disziplin, deren Hauptaufgabe die außerfamiliäre und außerschulische Erziehung und Bildung sind; umfaßt Arbeit in Kindergärten, - horten, -heimen, Jugendbildungsarbeit, Arbeit im Rahmen der Jugendhilfe, Erziehungs- und Elternberatung, Erwachsenenbildung und Altenpädagogik. |
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Marciniak in Lexikon der Pädagogik, s.v. SOZIALARBEIT |
SozA
1971 |
Der internationalen Terminologie folgend, tritt auch im dt. Sprachgebrauch seit Ende des 2.Weltkriegs anstelle des Begriffs Wohlfahrtspflege jeder der Sozialarbeit (engl. social work, frz, service social). Man versteht darunter alle berufliche Tätigkeit im Dienst förderungs- und Hilfsbedürftiger Menschen. |
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Küchenhoff,W., : Sozialpädagogik, in Lexikon der Pädagogik, s.v. |
SozP
1971 |
Der Begriff trat erstmals 1850 bei Diesterweg (1790-1866) auf.1 ... Dieses Wort wurde...Ausdruck der Hoffnung, mit einer erneuerten, den aufklärerischen und individualistischen Zeitgeist überwindenden Pädagogik die desintegrierenden und überkommene soziale Werte und Gebilde auflösenden Folgen des heraufziehenden Industriezeitalters zu überwinden.
...der gesellschaftspolitische Aspekt dieses neuen päd. Bewußtseins wurde von P. Natorp (1854-1924) in einer pädagogischen Konzeption ausgebaut. Werk ´Sozialpädagogik´...mit dem Untertitel ´Theorie der Willenserziehung auf der Grundlage der Gemeinschaft´
...D Demgegenüber hat H.Nohl mit seiner Schule in den 20er Jahren die konkreten Ansätze der päd. Vorhaben im außerschulischen Erziehungsfeld aufgenommen und zu einer Theorie der Sozialpädagogik ausgebaut, die nicht als pädagogische Teildisziplin im Sinne des Aspektes oder eines allgemeinen Prinzipes der Erziehung anzusehen ist, sondern als erziehungswiss. Disziplin im Sinne der Theorie eines bestimmten abgrenzbaren und damit in seiner Eigenständigkeit definierbaren Erziehungsbereichs...
Bäumer...: ´alles was Erziehung aber nicht Schule und nicht Familie ist. Sozialpädagogik bedeutet hier den Inbegriff der gesellschaftlichen und staatlichen Erziehungsfürsorge, sofern sie außerhalb der Schule liegt´. |
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Mollenhauer, Klaus Einführung in die Sozialpädagogik, Weinheim (Neuauflage 1988) |
SozP
1964/ 1988 |
Jedermann verbindet mit dem Wort "Schulpädagogik" Vorstellungen, die vielleicht nicht allzu grob voneinander abweichen; jedenfalls weiß jedermann, wovon nach einem solchen Titel etwa die Rede sein wird....Das ist nun bei der Sozialpädagogik- schon des möglicherweise unglücklich gewählten Wortes wegen- entschieden anders. Nicht genug, daß schon das Wort durchaus offen läßt, wovon die Rede sein soll- was ist das "Soziale"? Läßt es sich überhaupt aus irgendeiner Erziehung, wo und wie sie auch immer geschehen mag, herauslösen und als gesondertes Feld der Erziehung bestimmen ? - es wird als Terminus...in sehr verschiedenem Sinn gebraucht.
So zum Beispiel zur Bezeichnung der gesamten Erziehungsaufgabe als Polemik gegen eine bürgerlich-individualistische Konzeption von Erziehung. "Sozialpädagogik" ist dann ein Synonym für das, was heute "Allgemeine Pädagogik" darzustellen sich bemüht; oder zur Bezeichnung des gemeinschaftserziehenden (synonym mit "Sozialerziehung") oder gesellschaftlich-politischen Aspektes der Erziehung.
Neben diesen Wortbedeutungen existiert noch eine weitere, auch von uns im Folgenden verwendete, die sich mehr aus der Praxis als aus der Theorie entwickelt hat. Nach diesem Gebrauch des Wortes Sozialpädagogik bezeichnet es denjenigen Bereich der Erziehungswirklichkeit, der im Zusammenhang der industriellen Entwicklung als ein System gesellschaftlicher Eingliederungshilfen notwendig geworden ist, sich erweitert und differenziert hat; Erziehungshilfen, die gleichsam an den Konfliktstellen dieser Gesellschaft entstehen: im wesentlichen das, was das Jugendwohlfahrtsgesetz "Jugendhilfe" nennt. Es ließe sich daher auch formulieren: Sozialpädagogik ist die Theorie der Jugendhilfe, wenn im Sprachgebrauch des Wortes "Pädagogik" nicht schon die Praxis immer mitgemeint wäre. ...
Wir sprechen also von Sozialpädagogik als einem Komplex von Erziehungseinrichtungen einer besonderen Aufgabenart. Die Erziehungswissenschaft...gliedert sich...in die einzelnen "Pädagogiken" auf, in denen sie auf die einzelnen Erziehungsbereiche hin spezifiziert wird: Familienpädagogik, Schulpädagogik, Erwachsenenpädagogik und Heilpädagogik" (S. 13f)... |
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Bock, Teresa , in Fachlexikon der sozialen Arbeit, hrg. vom Deutschen Verein, Frankfurt, s.v. |
1993: SozA/SozP |
Die Frage, was jeweils unter Sozialarbeit und Sozialpädagogik zu verstehen ist oder ob beide Begriffe identisch zu verwenden sind, ist bisher nicht abschließend geklärt....
Der Ursprung der Sozialarbeit liegt in der behördlichen Armenpflege des 19.Jh. , der freien Liebestätigkeit und Wohlfahrtspflege und der Frauenbewegung. Sie konzentrierte sich auf die Arbeitsfelder und Institutionen der Säuglings-, Wirtschafts-, Wohnungs-, Familien-, Gesundheits-, Gefährdeten- und Betriebsfürsorge....
Gegenüber der Sozialarbeit hat die Sozialpädagogik eine andere Entwicklung durchlaufen. Sie ist eine deutsche Variante der Pädagogik geblieben. Ihre Schulen reichen von der Gemeinschafts- und Willenserziehung (Natorp) über die sozialpädagogische Bewegung (Nohl und Bäumer), emanzipatorische Erziehung (Mollenhauer, Giesecke) bis zur alltagsorientierten Sozialpädagogik (Thiersch). Ihre ursprünglichen Adressaten waren Kinder und Jugendliche in phasenspezifischen Erziehungssituationen....
Sozialarbeit wie Sozialpädagogik haben es mit konkreten Situationen zu tun. Ihre Aufmerksamkeit gilt Menschen in ihren jeweiligen Lebensumständen. Hilfe wie Erziehung haben ihren Ort im Gefüge des personalen Lebens und des sozialen Lebens. ...
Sozialarbeit/ Sozialpädagogik unterstützen Menschen, eine Balance zu finden zwischen ihren jeweiligen Bedürfnissen und Fähigkeiten und ihrer Umwelt mit deren jeweiligen Angeboten und Anforderungen. ...
Das jeweils Spezifische des beruflichen Handelns von Sozialarbeit und Sozialpädagogik leitet sich aus den Wurzeln der Sozialarbeit als Hilfe und Fürsorge und der Sozialpädagogik als Erziehung und Bildung ab. An der konkreten Praxis von Sozialarbeit und Sozialpädagogik läßt sich dieser Unterschied festmachen : Der Sozialpädagoge teilt den Alltag mit seinen Klienten.... Der Sozialarbeiter ist dagegen "ambulant" tätig. Er hat seinen Ort in der Institution, nicht in der Lebenswelt der Klienten. Selbst wenn er sie aufsucht, teilt er nicht ihren Alltag, sondern konzentriert sich ...auf die sozialen Probleme seiner Klienten und auf Wege und Mittel, mit denen sie zu lösen sind. |
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Engelke, Ernst : Soziale Arbeit als Wissenschaft- eine Orientierung, Freiburg |
1992
Soziale Arbeit |
"Als Gegenstand Sozialer Arbeit erkenne ich ´Soziale Probleme und die Lösungen dieser Probleme"
Soziale Arbeit als Wissenschaft reflektiert und erforscht mit wiss. Methoden soziale Probleme und ihre Lösungen.
Soziale Arbeit als Praxis arbeitet mit Handlungsmethoden an der Lösung sozialer Probleme....
Soziale Arbeit als Ausbildung unterrichtet das reflexive und tätige Antworten auf soziale Probleme" (S.10f) |
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Staub-Bernasconi, Silvia , in: Lexikon der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit, München |
1994: Soziale Arbeit |
1. Menschen sind für ihr Überleben wie ihr Wohlbefinden nicht nur auf eine natur-und menschengerechte ökologische Umwelt, sondern auch auf eine menschen- und sozial gerechte Gesellschaft angewiesen. Soziale Arbeit (Sozialpädagogik und Sozialarbeit) kann als Beruf betrachtet werden, deren Mitglieder von dieser Angewiesenheit wissen und versuchen, ihr unter schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen Geltung zu verschaffen. Soziale Arbeit hat im Vergleich mit anderen, auch älteren Professionen ein überdurchschnittliches Spektrum von Problematiken und sozialen Systemen, in die sie direkt und indirekt einbezogen ist.
Zur Komplexität der Sozialen Arbeit zählen u,a, folgende Aspekte:
die Variationsbreite der Probleme...
die breite Altersstreuung als auch die immer größer werdende kulturelle /ethnische Vielfalt ihrer Adressaten
die zahlreichen sozialen Niveaus und Systeme, in denen und mit denen Sozialtätige als Klienten- Ressourcen- und Problemlösungssysteme engagiert sind (Dyade, Familie, ...Gruppe, Nachbarschaft.. Stadtteil... bis zum ...internationalen Niveau)
die unterschiedliche Interaktionsdauer und -tiefe (Heimalltag...Sozialsekretariat, Freizeittreff)
...Zahl von Professionen....mit denen Sozialtätige ...kooperieren müssen...
die unterschiedlich strukturierte Träger- Mitarbeiterschaft...
die widersprüchlichen Erwartungen an den Beruf, beschrieben als doppeltes Mandat, als unauflösbarer Widerspruch zwischen Hilfe und Kontrolle, Integration versus Emanzipation, Normalisierung versus. Ausgrenzung...
2. Der von der Sozialen Arbeit zu betrachtende Wirklichkeitsausschnitt sind soziale Probleme.
Probleme sind in Sprache : Bilder, Begriffe erfaßtes und bewertetes stummes, subjektives Leiden von Menschen in und an der Gesellschaft und Kultur. ...
Das Problem selber hat eine soziale Dimension, z.B. Arbeitslosigkeit, Isolation, Kriminalität. Oder das Problem wird durch einen sozialen Mechanismus, z.B. illegitime Herrschaft, ungleicher Zugang zu Ressourcen, erzeugt. |
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Müller, C.W.
in Wörterbuch Soziale Arbeit , 4. Aufl., |
SozA/ SozP
1996 |
Unter diesen beiden Begriffen wird eine Vielzahl von Einrichtungen und Maßnahmen zusammengefaßt, die Menschen helfen sollen, sich in ihre Gesellschaft zu integrieren (SozPäd) und in ihr ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht (SozA) |
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Mühlum, Sozialarbeit und Sozialpädagogik- ein Vergleich |
Soziale Arbeit
1996, S. 31 |
Beide beinhalten allgemeine und besondere Sozialisationsaufgaben- auf soziale Befähigung und Selbstverwirklichung des Menschen gerichtet
Beide sind in der Zielsetzung wie im spezifischen Medium der "sozialen Beziehung" wie in den Arbeitsformen sehr ähnlich
beide beziehen sich auf das "dialogische Prinzip (Buber) als Grundüberzeugung sozialberuiflichen Handelns
beide sind als private und öffentliche Initiativen angesichts sozialer und erzieherischer Not entstanden
beide sichern den "Nothilfecharakter" zunehmend durch Prävention und frühzeitige Intervention zu überwinden
beide sind gesellschaftlich bedingte und gewährte Hilfen
beide sind "sozial" i.S. von zwischenmenschlich orientiert und auf individuelles wie soziales (Wohl)ergehen ausgerichtet
beide zielen auf soziale Gesinnung, soziale Kompetenz, soziale Verantwortung, soziale Gerechtigkeit
wachsende Übereinstimmung und Konvergenz |
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The social work dictionary, 3th edition, social work terms |
1994 |
social work 1. The applied science(angewandte Wissenschaft) of helping people achieve an effective level of psychosocial functioning and effecting societal changes to enhance(erhöhen) the well-being of all people.
2. According to the National Association of Social Workers (NASW),
"Social work is the professional activity of helping individuals, groups, or communities enhance or restore their capacity for social functioning and creating societal conditions favorable to this goal.
Social work practice consists of the professional application of social work values, principles, and techniques to one or more of the following ends:
helping people obtain tangible(greifbar) services;
providing counseling and psychotherapy with individuals, families, and groups;
helping communities or groups provide or improve social and health services; and
participating in relevant legislative processes.
The practice of social work requires knowledge of human development and behavior; of social, economic, and cultural institutions; and of the interaction of all these factors" (Standards for Social Service Manpower, Washington, DC: National Association of Social Workers, 1973, pp. 4–5). |
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(1) tatsächlich schon früher bei Mager |
(nach oben)
"Theoretiker"
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Mit dreißig Jahren gehörten sie in: |
Theoretiker (bei Engelke,1998, genannt) |
geb. |
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2. Hälfte 20.Jhd. |
Winkler
Wendt
Staub-Bernasconi
Thiersch
Khella
Rössner
Mollenhauer |
1953
1939
1936
1935
1934
1932
1928 |
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1. Hälfte 20. Jhd. |
Scherpner
Muthesius
Nohl
Arlt
Bäumer
Salomon |
1888
1895
1879
1876
1873
1872 |
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2. Hälfte 19.Jhd. |
Adler
Klumker
Addams
Natorp |
1870
1868
1860
1854 |
|
1. Hälfte 19.Jhd. |
Bismarck |
1815 |
|
2. Hälfte 18.Jhd. |
Malthus
Pestalozzi
Smith |
1766
1746
1723 |
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1. Hälfte 18. Jhd. |
Rousseau |
1712 |
|
17.Jhd. |
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16.Jhd. |
Vives |
1492 |
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15.Jhd. |
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14.Jhd. |
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13.Jhd. |
Thomas von Aquin |
1224 |
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hier und im folgenden: Engelke, Ernst, Theorien der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Lambertus 1998 |
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