|
Website von Michael Rothschuh |
|
|
von Michael Rothschuh Kap. 5- Praxisfelder des Berufs Soziale Arbeit Soziale Arbeit im Feld der Berufe * *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik mit Kindern, Jugendlichen und Familien *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik mit älteren Menschen *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik im Gesundheits- und Rehabilitationsbereich *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in der Arbeit mit Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in der sozialen Bildungs-, Kultur- und Freizeitarbeit *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in der Wirtschaft und Verwaltung *Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in Unterricht, Ausbildung und Lehre * * *Soziale Arbeit im Feld der Berufe Sozialarbeit/ Sozialpädagogik zählt zu den "sozialen Berufen", die ihrerseits lehrenden und Gesundheitsberufen verwandt sind
Zwischen diesen Berufen gibt es viele Überschneidungen, sodass viele Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen auch außerhalb des im weiteren beschriebenen Arbeitsfeldes der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik tätig sind. Man kann die folgenden - allerdings von ihrer Größe sehr unterschiedliche- Arbeitsfelder der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik unterscheiden: Viele Kommunen haben einen Allgemeinen Sozialdienst oder Kommunalen Sozialdienst (ASD und KSD) eingerichtet, der die materiellen und pscho-sozialen Hilfen für die Menschen in einer Gemeinde, einem Stadtteil oder einer Region sicherstellen soll. Dieser ASD ist je nach örtlichen Entscheidungen dem Jugendamt, dem Sozialamt oder einem eigenen Amt zugeordnet. Entsprechend unterschiedlich sind die Aufgabenstellungen. Gemeinsam aber ist, daß in ihm Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen einzelnen Menschen, Lebensgemeinschaften und Familien in oft komplexen Problemsituationen Unterstützung bei der Bewältigung und Lösung ihrer Probleme geben sollen. Dies geschieht durch Krisenintervention, Beratung, Begleitung, Sicherung der materiellen Versorgung, Vermittlung weiterführender Hilfen und durch Stärkung von formellen und informellen Kontakten der Menschen. Wohngebiets- und stadtteilbezogene Sozialarbeit braucht in Verbindung mit der Fallarbeit im Einzelfall und darüber hinaus die Kompetenz zur Neben dem ASD gehören zu den zielgruppenübergreifenden Bereichen insbesondere die Beratungsdienste öffentlicher und freier Träger. Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit sowie Sozialplanung können sowohl ein eigener Arbeitsbereich als auch Teil einer auf Zielgruppen bezogenen Arbeit sein, weil es in der Sozialen Arbeit oft um die Integration von Teilgruppen in das gesamte Gemeinwesen geht. Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen arbeiten unter anderem mit Aufgaben der Gemeinwesenarbeit in der Entwicklungshilfe Sozialarbeit/ Sozialpädagogik mit Kindern, Jugendlichen und Familien In diesem großen Aufgabengebiet der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten ungefähr 40% der Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen als Mitarbeiterinnen, Organisatorinnen oder Leiterinnen Sozialarbeit/ Sozialpädagogik mit älteren Menschen Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen arbeiten in Angeboten der offenen Altenarbeit und Bildung mit älteren Menschen, in ambulanten sozialen Diensten, in stationären Pflegeeinrichtungen und bei der Erstellung von Planungen für Senioren. Sie unterstützen diese Menschen bei Übergängen aus dem Berufsleben und dann, wenn sie hilfebedürftig werden. Zunehmend werden Angebote auf das Gemeinwesen und auf das Zusammenleben von jüngeren und älteren Menschen hin ausgerichtet. In der ambulanten und stationären Sozialen Arbeit mit älteren Menschen ist eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, insbesondere aus dem Gesundheitssektor, erforderlich. Sozialarbeit/ Sozialpädagogik im Gesundheits- und Rehabilitationsbereich In der Gesundheitshilfe der Gesundheitsämter und der freien Träger haben die Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen die Aufgabe der gemeindenahen Versorgung und Vorsorge, des Angebots und der Vernetzung der Hilfen und zunehmend auch die Aufgabe der kommunalen Gesundheitsförderung. Die früher vorwiegend an Kontrolle orientierte Arbeit z.B. mit Frauen und Männern, die Prostitution ausüben, hat sich mehr zur Beratung und dem Angebot von Hilfestellung gewandelt. In der Arbeit mit Drogenabhängigen wird einerseits therapeutische Hilfe mit dem Ziel der Freiheit von Drogen angeboten, andererseits auch akzeptierende und niederschwellige Hilfe, wie z.B. Methadonprogramme, die auch den Menschen, die weiterhin Drogen benutzen, ein menschenwürdiges Leben sichern sollen. Auch die Organisation und Durchführung der gerichtlich verfügten Betreuung von Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr vollständig selbst besorgen können, gehört zu Aufgaben der Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen. Arbeitsbereiche für Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen sind zudem Krankenkassen, Kureinrichtungen und Krankenhäuser, sowohl in sozialadministrativen Bereichen wie in der Begleitung von Patienten. In Deutschland werden bisher selten Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen von Ärzten in Privatpraxen eingestellt. Aufgabe der vorbeugenden, unterstützenden und begleitenden Arbeit mit geistig, seelisch und körperlich Behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen ist vor allem die soziale Rehabilitation, damit diese Menschen so normal wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Neben die stationären Einrichtungen wie Heime und Wohngruppen treten daher ambulante Angebote und Dienste, z.B. zum betreuten Wohnen sowie gemeinwesenorientierte und auf die Förderung der Selbsthilfe gerichtete Arbeit Für sozialtherapeutische Arbeitsfelder wie etwa in der Psychiatrie und der Therapie von Suchtabhängigen sind oft zusätzliche Qualifikationen erforderlich, für die z.T. längerfristige Zusatzausbildungen gefordert werden. Auch eine freiberufliche therapeutische Tätigkeit setzt solche Qualifikationen voraus. Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in der Arbeit mit Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen Armut in Form von Einkommensverlust, Schulden, Arbeitslosigkeit und Verlust von Wohnraum führt zu besonders schwierigen Lebenslagen, die Auswirkungen auf das Selbstvertrauen der Menschen und ihre sozialen Beziehungen haben. Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen arbeiten in Diensten, in denen Verarmungsprozesse zumindest aufgehalten werden sollen und womöglich der Ausstieg aus Armutslebenslagen angestrebt wird. Sie unterstützen in ambulanten und stationären Einrichtungen die Wahrnehmung der Rechte der Betroffenen, ihre sozialen Beziehungen und die Sicherung eines menschenwürdigen Lebens.Vorbeugung vor Wohnungsverlust und die Durchsetzung der Rechtsansprüche Wohnungsloser auf allen Gebieten ist Aufgabe der Obdachlosenhilfe sowie der ambulanten und stationären Hilfe für Wohnungslose, damit die notwendige Grundversorgung gesichert und eine Normalisierung des Lebens möglich ist, wozu nicht nur eine Wohnung gehört, sondern ebenso die individuelle Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und die Verfügung über Arbeitsmöglichkeiten und Geld Mit Menschen, die straffällig geworden sind, arbeiten Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen im Bereich der Justiz, insbesondere der Gerichtshilfe, Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in Strafanstalten und Bewährungshilfe. Bewährungshelfer z.B. sollen dem Probanden helfend und betreuend zur Seite stehen und zugleich im Einvernehmen mit dem Gericht die Erfüllung der Auflagen und Weisungen überwachen. Verstöße teilen sie dem Gericht mit. Dadurch stehen sie besonders deutlich zwischen den widersprüchlichen Erwartungen von Betroffenen und den Einrichtungen der Justiz als Anstellungsträgern. Besonders schwierige Lebenssituationen haben Migranten zu bewältigen, insbesondere dann, wenn sie in Deutschland nur über eingeschränkte Rechte, Arbeits- und Wohnmöglichkeiten verfügen, z.B. wenn ihr Aufenthaltsstatus ungesichert ist, wie bei Asylbewerbern. Soziale Arbeit hat das menschenwürdige Überleben und die Integration zum Ziel, kann diese aber nur bei gegebenen politischen und rechtlichen Voraussetzungen leisten. Wenn die Integration als Ziel gesetzt wird, ist gemeinwesenbezogene Arbeit notwendig, die auch die "Einheimischen" als Zielgruppe hat. Einer besonderen Notsituationen sind Frauen ausgesetzt, die, oft mit ihren Kindern, vor Gewalt Zuflucht in Frauenhäusern suchen. Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen verbinden in diesem Arbeitsfeld einen ganzheitlichen Beratungsansatz mit einer parteilichen Unterstützung der Frauen und Kinder. Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in der sozialen Bildungs-, Kultur- und Freizeitarbeit Dieses Arbeitsfeld überschneidet sich vor allem mit der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik mit Kindern. Jugendlichen und Familien. In Kooperation mit anderen Berufsgruppen arbeiten Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen in Schulen, in Bildungsstätten, in der geschlechtsspezifischen Bildung, in Freizeitheimen, soziokulturellen Zentren und z.T. auch im Tourismus. Auch die Aufgaben der Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten, die häufig von Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen wahrgenommen werden, können zu diesem Bereich gerechnet werden.. Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in der Wirtschaft und Verwaltung Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen haben teilweise betriebliche Sozialberatungen eingerichtet, in denen Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen mit betroffenen Mitarbeiterinnen wie auch gegebenenfalls mit ihren Kolleginnen und Vorgesetzten Lösungen für Probleme erarbeiten. Dazu zählen vor allem Suchtprobleme, längerfristige Krankheiten und Konflikte. Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen wirken z.T. an der Personal- und Organisationsentwicklung mit dem Ziel mit, betriebsbedingte Ursachen für Probleme vorbeugend zu beeinflussen. In Sozialen Betrieben, Beschäftigungsinitiativen und Angeboten der "Hilfe zur Arbeit" wie auch in Werkstätten für Behinderte soll den auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen ein Zugang zum Arbeitsleben erleichtert werden. Sozialarbeit/ Sozialpädagogik in Unterricht, Ausbildung und Lehre Lehrende Sozialarbeiterinnen / Sozialpädagoginnen sind an Berufsfachschulen, Fachschulen, Berufsakademien, Fachhochschulen und Fortbildungsinstituten tätig, oft nach längerer Berufserfahrung und dem Erwerb zusätzlicher Qualifikationen.Die Anleitung von Praktikantinnen und damit die Mitwirkung an der Ausbildung gehört zum Aufgabenfeld der Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen, in der Regel im Zusammenhang mit ihrer täglichen Arbeit. Für Supervision, die über Praxisberatung hinausgeht, brauchen Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen zumeist eine entsprechende Zusatzausbildung z.B. durch ein ergänzendes Studium. Praxisberatung und Supervision wird oft nebenberuflich ausgeübt. Auf diese Tätigkeitsfelder geht z.B. der Studienbaustein "Bildung und Soziale Arbeit" an der Fachhochschule Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen ein, der auch eventuelle Entwicklungen der Lehrerausbildung (teilweise Verlagerungen an die Fachhochschulen) berücksichtigt.
Ein Aufstieg von Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen ist einerseits durch die Übernahme schwieriger, bedeutender oder verantwortungsvoller Tätigkeiten möglich, andererseits durch die Übernahme von Leitungstätigkeiten. Die Tätigkeit Sozialarbeit/ Sozialpädagogik kann einen höchst unterschiedlichen Grad an Schwierigkeit und Verantwortung erreichen; dies hängt u.a. von der Problemstellung und der Zielgruppe ab, von der Bedeutung, die die Tätigkeit für die Lebensgestaltung der Betroffenen hat, von der Komplexität der Tätigkeiten und der Stellung der jeweiligen Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin in ihrer Einrichtung. Nach Feststellungen der Bundesanstalt für Arbeit werden beratende und administrative Tätigkeiten als am wenigsten belastend und schwierig empfunden, während das höchste Maß an psychischer Belastung in den Arbeitsfeldern erreicht wird, in denen über Beratung und Verwaltung hinaus in ständiger und intensiver Auseinandersetzung z.B. mit obdachlosen, drogengefährdeten, straffälligen, psychisch kranken oder aggressiven Menschen versucht werden muß, gemeinsam mit diesen Menschen die Bereitschaft und Fähigkeit zur Überwindung der mehrdimensionalen Problemlage zu entwickeln. Im Studium wird eine fachliche Grundqualifikation vermittelt; eine für jegliche Tätigkeit ausreichende Qualifikation kann unter anderem wegen der Vielzahl der Arbeitsfelder und Aufgaben, die ein höchst unterschiedliches Maß an theoretischem Wissen, Erfahrungswissen, fachlicher Kreativität und Kommunikationsfähigkeit voraussetzen, während des Studiums nicht erreicht werden. Auch der ständige soziale Wandel, der zunehmend mehr Menschen in neue soziale Problemlagen bringt, macht es notwendig, daß Sozialarbeiterinnen/ Sozialpädagoginnen nach dem Studium ihre Qualifikation erweitern. Dies geschieht durch fachspezifische Reflexion der beruflichen Erfahrung (z.B. in Form von Supervision, Praxisberatung oder Selbstevaluation). Große Bedeutung hat aber daneben in der sozialen Arbeit stets die berufliche Fort- und Weiterbildung, die von der Kurzinformation bis zu einer mehrjährigen Zusatzausbildung reichen kann. Für einige Arbeitsbereiche und Aufgaben werden solche zusätzlichen Qualifikationen regelmäßig von den Anstellungsträgern verlangt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Impressum: Michael Rothschuh, Ilenbrook 24, 21107 Hamburg, Tel. 0049 (0)40 6520296 |