Ausblick von der Wohnung auf den SpreehafenMichael Rothschuh 2009 in der HAWK

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Seminar an der FH Hannover: Ausgrenzung und Armut in der Europäischen Union

2010 sollte ein entscheidendes Jahr werden für die Bewältigung von Armut in der Europäischen Union:

1. 2010 war das Zieljahr der Lissabon-Strategie von 2000, in dem Europa zum "wettbewerbsfähigsten" Raum (gegenüber Asien und Amerika) geworden sein sollte und in dem Armut so gut wie beseitigt sein sollte.

2. Ende 2009 wurden erste Entwürfe für eine Nachfolgestrategie (Post-Lissabon) Europa 2020 vorgestellt. Hierzu gab es eine Debatte, wie diese sich auf das offenkundig nicht erreichte Ziel der Beseitigung von Armut in Europa beziehen könnte und sollte. Im Laufe des Jahres 2010 wurden dazu Armutsziele aufgestellt, die gegen Ende 2010 in Bezug auf die Kriterien etwas stärker operationalisiert wurden.

3. 2010 war als "Europäisches Jahr gegen Ausgrenzung und Armut" deklariert worden.  Dazu gab es eine Reihe von Veranstaltungen in den 27 Staaten der EU, aber ganz wenig öffentliche Berichterstattung über die einzelne Nationen übergreifende Thematik.

Tatsächlich aber wurde das Jahr auf der EU-Ebene dominiert durch die Währungskrisen und "Rettungsschirme". 2010 begann mit der Thematisierung Griechenlands, dann folgte eine hektische Abfolge Beschlüssen auf deutscher und EU-Ebene. Das Jahr endet mit der Irlandkrise und Beschlüssen des Europäischen Rats (Gipfeltreffen) für langfristige Regularien.

"Armut" wurde auf der politischen Bühne behandelt als Armut von Banken und Staaten, gegen die man vorgehen müsse, die Armut und Ausgrenzung der Menschen blieb Thema für Fachkreise, örtlichen Aktionen und ziemlich unverbindliche Deklarationen.

Dabei hängt beides eng miteinander zusammen: Die Verschuldung der Staaten ist oft zugleich Verschuldung von Haushalten, die Stabilisierungsmaßnahmen für die Währung ("Schuldenbremse" in den öffentlichen Haushalten) treffen wesentlich die Menschen, die von Staatsleistungen abhängig sind.

Seminar

14.-15. Januar 2011 und ein Wochenende im Februar/ März 2011

Fr. 14.1. Armut in Europa
13.30 Begrüßung, Organisatorischen, Zeitplan für Freitag und Sonnabend (Fr ,13:30-20 Uhr+Sa., 8-14 Uhr oder Fr., früher enden, dafür Sonnabend bis 17 Uhr) sowie Termin für den zweiten Block
Fr 14-16 Stimmen der Armut (durch SeminarteilnehmerInnen vorbereitet) in Europa
- Welches sind jeweils die Kennzeichen der Armut?
- Wie reagieren die staatlichen oder gemeinnützigen Organisationen?
- was wird als Hilfe, was als Belastung empfunden?
- was wäre notwendig auf der Ebene des jeweiligen Staates/ der EU?
Fr 16-18 Armut als Gegenstand der Strategie Europa 2020
Armutsdefinion in der Plattform gegen die Armut
Fr 18-20 "Relative Armut"
- EU- Vereinbarungen
- auf welchen Raum bezieht sich die Relativität - am Beispiel der Armut in den Bundesländern und Großstädten Deutschlands
- Beziehung zwischen fachlicher Definition und politischer Entscheidung zu den Zielen der Politik
Sa 15.1. EU Handlungsmöglichkeiten zum Thema Armut
Fr 8-10 Rahmen der EU-Sozialpolitik
- die Verträge
- die Förderungsfonds
- die Strategien und die Offene Methode der Koordinierung
Fr 10-12 Zivilgesellschaftliche Akteure in der Armutsdiskussion:
EAPN
FEANTSA
ATTAC
Fr 12-14 Ergebnisse des "Europäischen jahres gegen Armut und Ausgrenzung"
Welche Chancen bietet die "Europäische Plattform gegen Armut und Ausgrenzung"?
-17:00 Zeitplan wird am Freitag besprochen
Fr. /Sa. Armut und Armutspolitik konkret: Roma und Sinti in Europa
Fr 14-16 Lebenslage von Roma in Bulgarien - "Die Stadt der Roma" (Sliven)
Fr 16-18 Roma in Europa: Daten , Lebenslagen,
Politische Ausgrenzungs-Praxen: Deutschland,. Frankreich, Rumänien
Fr 18-20 EU Strategie zur sozialen Integration der Roma
Sa 8-10 Beispiele und Programme zur sozialen Integration
Sa 10-12 Joker-Stunden
Sa 12-14 Formulierung von Anforderungen an die EU-Politik zur Armut und Ausgrenzung

 

 

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