Was ist Community
Organizing?...............................................................................................
Rezeption des
Community Organizing in
Deutschland............................................................
Vorschau auf die
folgenden
Kapitel..........................................................................................
Anmerkung zur
Übersetzung und den
Begriffen......................................................................
Es gibt ungezählte Gruppen von Menschen, die sich
selbst organisieren: Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, die
Freizeit miteinander verbringen oder gemeinsam ihren Interessen nachgehen
wollen. Es gibt viele Projekte, in denen es um die Verbesserung der
Lebenslage in den Nachbarschaften und Stadtteilen geht. Und es gibt
Organisationen, die für ihre Ziele politischen Einfluss und Macht erringen
wollen.
Beim Community Organizing (CO) geht es auch um
all dieses, aber es ist eine besondere Art der Organisation und
Selbstorganisation von Menschen, die hier vorgestellt werden soll:
Organizing bezeichnet den Prozess, in dem
Menschen sich im gemeinsamen Handeln formelle oder informelle Organisationen
schaffen,
-
um die Machtbalance zu verändern zugunsten derer, die in wenig Macht
haben, weil sie weder über viel Geld noch über machtvolle Institutionen
verfügen,
-
um spürbare und konkrete Verbesserungen für die Menschen zu
erreichen,
-
und dabei Beziehungen untereinander und nach außen entwickeln.
Sie erforschen die Probleme, wählen konkrete Themen
aus, die sie angehen wollen, entwickeln dafür Strategien und Taktiken, und
führen Kampagnen und Aktionen für ihre Ziele durch.
In diesem Prozess entwickeln sie
Führungsqualifikationen, verbreitern und vertiefen die Mitgliederbasis, und
schaffen „handlungs-mächtige“ Beziehungen. So sichern sie sich einen Platz
am Verhandlungstisch mit den Inhabern der Macht – auf gleicher Augenhöhe.
Dieser Prozess kann in Selbstorganisation der BürgerInnen geschehen, bedarf
oft aber auch der Unterstützung durch professionelle Berater und Anleiter,
durch „Organizer“.
Beim Community Organizing geht es zunächst um
die Nachbarschaft, den Stadtteil, das Dorf, die Stadt, die Gemeinde, die
Hochschule, das „Gemeinwesen“ – all dies nicht nur als räumliche Einheit
verstanden, sondern als ein sozialer Raum von Beziehungen. Die Entwicklung
von Kompetenzen, die Wirksamkeit der Organisationen sowie ihre Reichweite
kann gestärkt werden durch die Bildung von Netzwerken.
Für Probleme, die lokal, regional, national und global
angepackt werden müssen, wenn Frieden, Menschenrechte und soziale Rechte
Wirklichkeit werden sollen, werden auf der Basis der entwickelten
handlungsmächtigen Beziehungen Koalitionen zwischen Gruppen und
Organisationen gebildet.

Dieses Schaubild kann vielleicht die Dimensionen des CO
verdeutlichen: Durch den Aufbau von dauerhaften Bürgerorganisationen werden
die Machtbeziehungen verändert und zugleich konkrete Verbesserungen der
Lebenslage erreicht. Die Entwicklung von sozialen Beziehungen und Netzwerken
ist der Nährstoff für diesen Prozess.
Community Organizing hat sich in der Mitte des 20.
Jahrhunderts in einigen Großstädten der USA, insbesondere Chicago,
entwickelt und hat sich dort bis heute am stärksten profiliert und auch
differenziert. Dort sind auf der Grundlage der spezifischen Geschichte
amerikanischer Großstädte wirkungsmächtige Gruppen und Bürgerorganisationen
vor Ort entstanden ebenso wie Netzwerke, Fachinstitutionen und Koalitionen,
die regional und auf der Ebene der Vereinigten Staaten agieren, manchmal
auch in anderen Ländern außerhalb Nordamerikas.
Community Organizing ist aber nicht auf die USA
begrenzt. Vergleichbares finden wir auch bei uns, nur eben kaum unter diesem
Begriff. So kann beispielsweise ein „Bürgerverein“ eine Gruppe von Menschen
sein, die zufrieden sind mit ihrem Stadtteil und gerne Traditionspflege
betreiben, er kann aber auch eine Organisation von Menschen sein, die im
Sinne des Community Organizing über soziale Ungerechtigkeiten wütend sind
und deshalb öffentliche Beziehungen aufbauen und eine machtvolle
Organisation entwickeln.
Über Community Organizing ist in Deutschland vor allem
innerhalb der Sozialarbeit und deren Ausbildung mehreren „Wellen“ diskutiert
worden. In den 70er Jahren erschien CO als der „radikalste“ Ansatz der
Gemeinwesenarbeit. Stichworte dazu waren:
- die
Schriften Alinskys, der als Vater des CO gilt, jemand, der sich selbst als
„Radikalen“ bezeichnete, was allerdings in den USA etwas anderes bedeutete
als in Deutschland;
-
große, oft witzige und überraschende Aktionen mit Überschreitung von
herkömmlichen Regeln oder auch Gesetzen („disruptive Taktiken“);
-
basisdemokratische Opposition zu der herrschenden Politik, gekennzeichnet
mit dem Stichwort „make democracy work“;
-
Unabhängigkeit, vor allem im finanziellen Bereich, insbesondere
Unabhängigkeit vom Staat;
-
Organizer, die nicht ihr eigenes Ding machen, sondern das, was „das Volk“
will;
-
„Power to the people“: Aufbau von Gegenmacht für die Menschen, die nicht
über Geld verfügen;
-
Stärkung von informellen Führungspersonen, den Leadern, als Verbindung zu
der Basis.
Innerhalb der in Deutschland vorwiegend von Kommunen,
Kirchen und freien Wohlfahrtsverbänden finanzierten Sozialarbeit und
Gemeinwesenarbeit wurden diese Anstöße nur punktuell in einzelnen Projekten
umgesetzt. Gleichzeitig aber entstanden „Neue Soziale Bewegungen“ wie die
Studentenbewegung, Bürgerinitiativen, Frauenbewegung, und Schwulenbewegung,
in denen sich viele Formen des Community Organizing wieder finden ließen In
großstädtischen Stadtteilen entwickelten sich Auseinandersetzungen mit
Hausbesetzungen und Sanierungsinitiativen, die oft mit ungewohnten Mitteln
reale Veränderungen mit einer Veränderung von Machtbeziehungen innerhalb den
Kommunen verknüpften.
Ab 1993 gab es in der Sozialarbeit eine neue
Auseinandersetzung mit Community Organizing: eine Gruppe von vier
Studierenden hatte sich aus Unzufriedenheit mit der deutschen
Gemeinwesenarbeit, wie sie sie in Lehre und Praxis wahrnahmen, aufgemacht,
um Community Organizing in den USA real kennen zu lernen und in Deutschland
davon zu berichten. Anders als bei der 1970er Jahre- Rezeption ging es
hierbei nicht vorrangig um die „Theorie“, die man über Bücher wahrgenommen
hatte, sondern um die Praxis des Organizing. Dementsprechend organisierte
eine Gruppe von jungen SozialarbeiterInnen, die sich um diesen Kern
bildeten, eine Reihe von Trainings von amerikanischen Organizern für
deutsche Interessierte. Der nächste Schritt war eine Reise in die USA, bei
der Praxis im „Shadowing“ – also dem tagelangen Begleiten von Organizern –
erlebt werden konnte. Daraus entstand das „Forum Community Organizing“
foco, das seither die Kommunikation unter Menschen, die in
Deutschland an CO interessiert sind, ermöglicht.
2007 hat sich die Szene des Community Organizing
erweitert: Es gibt jetzt nebeneinander bestehende Ansätze:
foco - nunmehr ganz zentral unterstützt durch Paul Cromwell,
einen amerikanische Organizer aus den USA- qualifiziert, teilweise in
Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, eine Reihe von Projekten in
Deutschland bei der Entwicklung von Ansätzen des Community Organizing
vorwiegend in bereits bestehenden Gemeinwesenprojekten und nimmt intensiv an
Entwicklungen in der Europäischen Union teil
DICO - das von Leo Penta, Organizer der Industrial
Areas Foundation und Professor an der Katholischen Hochschule für
Sozialwesen in Berlin gegründete "Deutsche Institut für Community Organizing",
das teilweise vom Deutschen Caritasverband koordiniert wird- baut auf in
Berlin bestehenden Projekten auf und arbeitet in verschiedenen Städten
Deutschlands.
Immerhin, ein Buch zum Community Organizing, an dem
Mitglieder beider Gruppen mitarbeiten, ist für das Frühjahr 2007 geplant.
-Vorschau auf die folgenden Kapitel
Mir scheint ein neuer Blick nach Nordamerika als
sinnvoll, in die USA, mit einem kleinen Ausflug zu seinem Nachbarn Kanada,
mit der Frage, welche Szenen des Community Organizing dort zu finden sind.
Dabei konzentriere ich mich auf eine „virtuelle Reise“, auf Blicke in einige
der unüberschaubar vielen Web-Seiten des CO und in Diskussionen, die in
Papieren und e-mail- Konferenzen geführt werden.
Die erste zentrale Quelle war für mich die COMM-ORG,
die Online-Konferenz zu Community Organizing und Community Development, die
von Professor Randy Stoecker von der Universität Wisconsin geleitet wird. Von dort aus erschließen sich
eine Fülle von Organisationen, Zeitschriften, und verschiedenartigsten
Aufsätzen und Berichten zum Community Organizing.
Ich will versuchen, anhand des Materials einige
Grundstrukturen nachzuzeichnen und werde dann, sehr eng angelehnt an
einzelne Texte, einige Organisationen und Ansätze vorstellen.
Viele wichtige Aspekte des CO werde ich in dieser
Schrift allenfalls am Rande behandeln:
-
CO wird zum Teil auch weiter gefasst zum Beispiel bezogen auf
Identitätsgruppen (wie Gays, Farbige, Minderheiten u.a.) oder auch auf
virtuelle Communities wie die Gemeinde der Internet- Nutzer. Hier gibt es
z.B. beim Organizing for Peace auch spannende Verbindungen zwischen
virtueller Kommunikation und Treffen von Angesicht zu Angesicht.
-
Zu Alinsky und seiner herausragende Bedeutung hat Peter Szynka 2006
eine aktuelle Dissertation vorgelegt- Alinsky wird deshalb hier nicht entsprechend seiner Bedeutung
gewürdigt.
-
Die konkrete Arbeit einer IAF- Organisation hat Marion Mohrlok in
einem hervorragenden Bericht dargestellt.
-
Grundlegend zum CO ist immer noch das Buch M.Mohrlok, R. und M.
Neubauer, W. Schöenfelder, München 1993
KAP 1 Zu Beginn stelle ich meine zentrale Quelle im Internet vor, die
Online-Konferenz zu Community Organizing und Community Development von Randy
Stoecker aus Wisconsin.
KAP.2 Community Organizing wird auch in den USA nicht eindeutig und
einhellig verstanden und definiert. In diesem Kapitel versuche ich einen
Überblick zum Verständnis von CO zu geben. Es gibt verschiedene Versuche,
das große Feld des Organizing zum einen gegenüber anderen Formen der
sozialen Veränderung abzugrenzen und zum anderen in seiner inneren Struktur
zu erfassen. Dies kann geschehen durch die Unterscheidung der
Organisationsformen, aber auch durch den Blick auf unterschiedliche
Herangehensweisen. CO ist heute mit veränderten Bedingungen konfrontiert als
in den 1970er Jahren und wandelt sich deshalb. Wohin, ist eine der Fragen in
diesem Kapitel.
KAP.3 Einen guten Eindruck vom CO der 70er und 80er Jahre geben die
kleinen Handbücher von Shel Trapp, einem kämpferischen Mann, der als
führender Organizer von den 1960er Jahren bis heute arbeitete.
KAP.4a Judy Hertz hat in einer Studie beispielhafte
Fallbeispielen des Community Organizing in dem Umfeld von Chicago aus den 1990er Jahren
dargestellt. Hier lässt sich viel erfahren über die Kernthemen, mit denen CO
derzeit vor allem zu tun hat, über Strategien und Taktiken und über die
Organisationen sowie die Arbeitweise der Organizer.
KAP. 4b Education Organizing ist die Anwendung des Community
Organizing auf den Bildungsbereich. Die Wirksamkeit des CO gerade im verhältnis zu anderen Formen der "Beteiligung" lässt sich hier besonders
gut erkennen.
KAP.5 „Community“ hat ähnlich wie der deutsche Begriff der „Gemeinde“
auch Wurzeln im religiösen Bereich. Religiöse Gemeinden sind in besonderer
Weise auf das Gemeinschaftsleben ihrer Mitglieder bezogen. So war es das
„Neue“ des Community- Organizing- Ansatzes, dass die religiösen Gemeinden
sich zum einen bewusst auf die soziale Community auch außerhalb ihrer
eigenen Gemeinschaft bezogen haben und zum anderen für das Gemeinsame der
verschiedenen Institutionen Beziehungen geknüpft haben: unter den
Konfessionen, den Religionen und darüber hinaus zu Arbeitnehmergruppen,
Gewerkschaften und Bürgerorganisationen. Das professionell angeleitete
„Faith
Based Community Organizing (FBCO)“ ist in einer jüngeren Studie am Ende des
20. Jhd. grundlegend untersucht worden; die Ergebnisse sollen hier zusammen
gefasst werden.
KAP.6 Im Faith Based Community Organizing gibt es örtliche und regionale
Community Organisationen, die von verschiedenen Gemeinden und anderen
Institutionen gebildet werden. Diese wiederum gehören häufig zu einem der
großen Netzwerke des Community Organizing, die vor allem Anleitung, Training
und Koordination quer über das Land leisten. Die Industrial Areas Foundation
(IAF), die von einem Bischof, GewerkschaftsvertreterInnen und Saul Alinsky
gemeinsam gegründet wurde, hat eine herausragende Bedeutung innerhalb des
FBCO, insbesondere durch den Aufbau von öffentlichen Beziehungen und die
Förderung einer sehr bewussten Leadership (Führerschaft).
KAP.7 Ganz anders als die FBCO arbeiten Community Organisationen, die
unmittelbar die BürgerInnen vor Ort als Mitglieder haben. Wie viele
Organisationen es jeweils an den einzelnen Orten gibt, weiß wohl niemand
genau. Als in ihrer Bedeutung einzigartige ortsübergreifende
Bürgervereinigung hat sich ACORN entwickelt, die „Association of Community
Organizations for Reform Now“ mit nunmehr über 160.000 Mitgliedsfamilien
mit geringem oder mäßigem Einkommen.
KAP.8 Heidi Swarts hat den schwierigen Versuch unternommen, die
verschiedenen Formen des CO auf ihre unterschiedliche Wirksamkeit hin zu
untersuchen, vor allem also ACORN und die religionsbasierten Community
Organisationen. Ihre Ergebnisse beschreiben zugleich Anforderungen für eine
künftige erfolgreiche Entwicklung von CO.
KAP.9 Der Prozess des Community Organizing braucht bewusste Menschen mit
Kenntnissen und Fähigkeiten, die erlernt werden müssen und auch können.
Deshalb haben viele Institutionen sich auf das Erlernen von „Skills“ für
hauptberufliche oder auch freiwillig arbeitende Organizer konzentriert. Ein
sehr fundierter Ansatz wird von der Midwest Academy in Chicago
angeboten,
die nicht nur für lokal engagierte Gruppen Trainings durchführt, sondern
auch für spezifische Gruppen mit gemeinsamen Interessen, wie z.B. behinderte
Menschen.
KAP.10 Community Organisation findet auch als Selbstorganisation der
BürgerInnen statt, die (zunächst) ohne Professionelle arbeiten. Diese selbst
organisierte Gruppen machen oft die gleichen Fehler; deshalb ist es gut,
dass Erfahrungen des CO aufgearbeitet sind in Anleitungen und Handbüchern,
die von den BürgerInnen selbst unmittelbar verwendet werden können. Ein
Online-Handbuch für Bürger, das „Citizen’s Handbook“, das in Vancouver in
Kanada entwickelt wird, gibt eine Fülle von Anregungen, CO „do-it-yourself“
zu betreiben.
KAP.11 Community Organizing hat als Zentrum die Entwicklung von
Bürgermacht, Community Development mehr den sozialen, den baulichen sowie
den ökonomischen Aufbau der Communities. Asset Based Community Develeopment
(ABCD), von Kretzmann und McKnight entwickelt, ist eine Organisation im
Grenzbereich zwischen Community Organizing und Community Development. Ihr
Ziel ist es, die Aktiva der Community, und zwar möglichst aller Mitglieder
und Organisationen in der Community, zur Geltung zu bringen und die
Community „von innen nach außen“ aufzubauen.
KAP.12 In der Art eines Exkurses stelle ich den Ansatz des Aspen-
Instituts zur Evaluation von Projekten der Community vor: Welchen Nutzen hat
eine „Theorie der Veränderung“ für den Aufbau, die Entwicklung und den
Erfolg der Arbeit? Eine Evaluation des Aspen- Instituts hatten wir schon in
Kapitel 8 mit dem Ansatz von Heidi Swarts kennen gelernt.
KAP.13 Zu den spannendsten Fragen gehört natürlich, wieweit
CO in
Deutschland realisiert wird oder realisiert werden kann. Dieses Kapitel ist
vor allem ein Appell zur Diskussion. (Dieses Kapitel ist noch zu
aktualisieren.)
KAP.14 Hier führe ich die in den Texten verwendeten
Quellen auf, insb.
die Internet- Adressen und ergänze diese teilweise um einige weiter führende
Materialien oder Organisationen, gelegentlich mit einigen Erläuterungen
(Dieses Kapitel ist noch zu aktualisieren.).
Ich habe versucht, die Texte so zu übertragen, dass der
Sinn möglichst genau wieder gegeben wird, die Übertragung aber lesbar
bleibt. Es ist keine professionelle Übersetzung, eher eine Paraphrasierung,
bei der ich auch Auslassungen nicht immer gekennzeichnet habe. Für
wissenschaftliche Zwecke ist die Heranziehung des Originals unbedingt
erforderlich; die Originale sind fast alle über das Internet verfügbar.
Jede Übersetzung verändert auch immer den Sinn; vor
allem natürlich, wenn sie wie in diesem Fall von jemandem stammt, der nicht
beruflich mit Sprachen zu tun hat. Wenn wir Texte des CO in das Deutsche
übertragen wollen, kommt ein Problem hinzu: Wir werden mit Begriffen
konfrontiert die zu übersetzen uns schwer fällt, weil sie auf
unterschiedlichen gesellschaftlichen Erfahrungen, Strukturen und Realitäten
beruhen.
Insbesondere gilt dies für die nachfolgenden Begriffe,
die ich in den Texten unterschiedlich übersetzt oder gelegentlich, wie vor
allem die Worte „Community“ und „Organizing“ im amerikanischen Original
belassen habe.
|
|
Langenscheidt Taschen- bzw.
Handwörterbuch |
Longman Dictionary (online) |
Sinn |
|
Community[5] |
Gemeinschaft, Gemeinde
Gemeinwesen
Gemeinsamheit
Gleichheit |
People
Particular group (sense of community that
you belong to a group)
Group who share the same nationality or
religion, sexual orientation
Community society and the people in |
Community meint in diesem Zusammenhang
vorrangig die örtliche Nachbarschaft, Gemeinde, das Quartier oder den
Stadtteil. Community beinhaltet mehr als die politische Gemeinde;
erinnert wird z.T. an die frühere Verbindung von religiöser Gemeinde und
örtlicher Nachbarschaft.
|
|
Leader |
Führer,
Leiter, Vorsitzender, Anführer |
In control: who directs a team
Race (beim Wettbewerb)
Market leader
Musical
|
Gemeint können formelle Leiter z.B. einer
Kirchengemeinde sein, aber (mehrheitlich) auch informelle
Führungspersonen, die nicht formell gewählt sind, und zugleich
„Autorität“ haben; teilweise Anklänge an den charismatischen
Führerbegriff der Jugendbewegung. Auch in Amerika gibt es seit den 60er
Jahren erhebliche Vorbehalte gegen „Führer“, aber sie haben weniger
tiefe Wurzeln als in Deutschland, wo es eben auch historische
Verbindungen vom charismatischen Führer der Jugendbewegung zum NS-Führer
gibt. |
|
Organizer |
Organisator, Veranstalter, |
Someone who organize something |
Weniger „bürokratisch“ verstanden als bei
uns, mehr auf Entwicklung von Führungspersonen und von Beziehungen
bezogen, aber durchaus mit dem Ziel einer dauerhaften machtvollen
Organisation. |
|
Community Organizing/ organising |
Organisieren,
sich organisieren
in ein System bringen
(gewerkschaftlich) organisieren |
Make the necessary arrangement so that an
activity can happen
To arrange information, work, a group so
that it works correctly
To form a trade union or persuade people
to join one |
Es kann die Entwicklung einer
„Organisation“ gemeint sein, aber auch der Prozess der
Selbstorganisation von Gruppen
Gemeint ist nicht nur die äußere
Organisation, sondern auch Planung von Kampagnen, Aktionen, Werbung von
Mitgliedern, Fundraising usw. usw. |
|
Community Organisation (brit.)/
Organization (am.) |
Organisation |
a group such as a club or business that
has formed for a particular purpose
the act of planning and arranging things
effectively
the way in which the different parts of a
system are arranged and work together |
Mit Organizing ist mehr der Prozess, mit
Organization sowohl der Prozess, als auch das Produkt Organisation
gemeint.
|
|
Issue |
Streitfrage, Streitfall, , , Problem,
Punkt, Fall, Sachverhalt, Ergebnis,
Ausgang, |
Subject/ problem
Raise the issue: say that a problem
should be discussed
|
Nicht so sehr ein umfassendes Problem,
sondern ein Thema, ein Anliegen, das konkret ist und dessen „Gewinn“ man
direkt erkennen kann (also nicht: Armut als solche, sondern z.B.:
Mindesteinkommen von soundsoviel Dollar) |
|
People |
Menschen,
Leute,
Volk
das gemeine Volk
die Bürger,
die Wähler |
Persons,
People in general
The people: all the ordinary people in a
country who do not have spezial position
A race or nation |
Die einfachen Leute, in der Regel sind
die Menschen mit niedrigem oder mäßigem Einkommen die Basis, auf die
sich CO bezieht.(low and moderate income) |
|
Power |
Kraft,
Macht,
Energie,
Gewalt,
Strom |
Control,
control of a country
influence
right/authority
ability
strength
energy
electricity
strong country |
Vgl. dazu foco- Rundbrief Dez. 2002:
Dort sind eine Reihe von Definitionen
aufgeführt und diskutiert. |