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Soziale Beziehungen stiften- Aufgaben des QM aus der Sicht der Sozialen Arbeit von Michael Rothschuh, 2001 Bund-Länder-Programm Soziale Stadt Quartiermanagement als Aufgabe, Institution und berufliche Funktion *Entwicklungsstränge zum Quartiermanagement *Qualifikationen der QuartiermanagerInnen *Quartiermanagement, GWA und Soziale Arbeit *Quartiermanagement als Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit * *Bund-Länder-Programm Soziale Stadt Generelles Ziel des von Bund, Ländern und Kommunen getragenen Programms "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf- die Soziale Stadt" ist, der "drohenden sozialen Polarisierung in den Städten Einhalt" (ARGEBAU, 2000, S. 2) zu gebieten. Dem liegt eine Problemdiagnose zugrunde, nach der es eine zunehmende sozialräumliche Spaltung in den Städten gibt, die vorwiegend verursacht ist durch fehlende Erwerbsmöglichkeiten für gering qualifizierte ArbeiterInnen, das weitgehende Einfrieren sozialer Leistungen aufgrund fehlender finanzieller Mittel der Kommunen sowie einen zunehmenden Rückzug des Staates aus der Wohnungsversorgung. Konstatiert werden eine Konzentration von Armut und Arbeitslosigkeit in den betroffenen Stadtteilen, eine hohe Fluktuation der Mieter und eine geringe Stadtteilidentität mit entsprechender Vernachlässigung der Wohnumwelt, Probleme in den Schulen mit einer Minderheit von muttersprachlich deutsch sprechenden Kindern sowie Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen. Untersuchungen sprechen von "überforderten Nachbarschaften" (Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen, 1998). Das Programm sieht vor allem zwei Zielgebiete vor, innerstädtische Quartiere mit nicht modernisierter Bausubstanz überwiegend aus der Gründerzeit sowie Großsiedlungen aus der Nachkriegszeit; während die Problemlagen in wissenschaftlichen Untersuchungen und politischen Verlautbarungen überwiegend in den Ballungszentren und Großstädten ausgemacht wurden- und auf dieser Ebene auch als internationaler Trend erkannt werden-, werden in der Realisierung des Programms zunehmend auch kleinere Städte und Wohngebiete einbezogen Als Handlungsfelder im Rahmen des Programms werden insbesondere deklariert: Bürgermitwirkung und Wiederaufbau eines eigenständigen Stadtteilleben. Lokale Wirtschaft, Arbeit und Beschäftigung Entwicklung von Quartierszentren Weiterentwicklung der sozialen, kulturellem, Bildungs- und Freizeit- Infrastruktur. Wohnen und Wohnumfeld. In der Gewichtung unterscheidet sich das Programm von klassischen Sanierungsprogrammen, indem die baulichen Investitionen keinen Vorrang haben sollen, sondern der soziale Zusammenhalt im Stadtteil einen mindestens gleichgewichtigen Rang hat. Bei der Realisierung des Programms schiebt sich ein Thema in den Vordergrund, das eigentlich nur als Umsetzungsbedingung genannt war, nämlich die Kooperation von Fachressorts auf der Verwaltungsebene des Bundes, der Länder , der Kommunen und im Stadtteil. Quartiermanagement als Aufgabe, Institution und berufliche Funktion Die Aufgaben des Programms "Soziale Stadt" bündeln sich in der Vernetzung, Koordination und Moderation durch das Quartiermanagement. Das Quartiermanagement, mit dem Aufgaben, Institutionen und berufliche Funktionen bezeichnet werden, hat deshalb eine Schlüsselfunktion in den Projekten der "Sozialen Stadt". Der Begriff des "Quartiermanagements" ist relativ neu und erst mit den unterschiedlichen Länder- Programmen zur Stadtteilerneuerung und -entwicklung in die Fachsprache und öffentliche Berichterstattung aufgenommen worden. Unter den unterschiedlichen Bezeichnungen "Quartiersentwickler", "Stadtteilmoderator", "Gemeinwesenarbeiter", "Stadtteilmanager", "Animateur", "Urbanmanagement", "Gemeinwesenbeauftragte", "Stadtteilbeauftragte" hat sich der Begriff "Quartiermanager" weitgehend durchgesetzt, auch wenn manche Projekte bewusst an alternativen Begriffen festhalten. Der Begriff des Wohnquartiers dient in der Stadtsoziologie seit den 60er Jahren (vgl. Bahrdt 1968) dazu, den Zusammenhang von gebauter Umwelt, "beschaulicher Öffentlichkeit" und den sozialen Beziehungen der Menschen zu klären. Der Begriff des "Managements" wird in den letzten Jahren immer inflationärer gebraucht, Hinte hat den Begriff des Stadtteilmanagement 1992 vorgeschlagen, um mehrdimensionale Arbeit im und am Stadtteil zu kennzeichnen, das Berliner Programm zur Stadtteilentwicklung hat den Begriff des "Quartiersmanagement" zu seinem Angelpunkt gemacht. Bei einem "Impulskongress" zum Thema Quartiermanagement hat das Deutsches Institut für Urbanistik (difu) dieses so definiert: "Beim Quartiersmanagement handelt es sich um einen strategischen Ansatz zum systematischen Aufbau von selbsttragenden und nachhaltig wirksamen personellen und materiellen Strukturen, die einer zukunftsweisenden Weiterentwicklung der Stadtteile dienlich sind. Mit dem Quartiersmanagement werden Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner sowie engagierter Akteure in einem Gebiet unterstützt, wird der Aufbau von Projekten initiiert und gefördert. Quartiersmanagement vermittelt als intermediäre Instanz zwischen Verwaltung, Bewohnerschaft und Wirtschaft, zwischen ‚Bürokratie‘ und ‚Lebenswelt‘. Seine Handlungsfelder betreffen vor allem die Verbesserung des Zusammenlebens in den Stadtteilen (soziale und ethnische Integration), die Förderung der lokalen Ökonomie, die Kopplung baulich- städtebaulicher Investitionen mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die Erhöhung der Sicherheit im Quartier sowie die Entwicklung eines positiven Gebietsimages." ( Deutsches Institut für Urbanistik 2001, S. 5) Entwicklungsstränge zum Quartiermanagement In der Figur des Quartiermanagements Begriff laufen verschiedene Entwicklungsstränge zusammen: Seit etwa den 80er Jahren gibt es eine Diskussion zur "Stadt als Unternehmen". Die Stadt verliert steuerzahlende Personen, Geschäfte und Gewerbebetriebe in das Umland und sucht nach Gegenmitteln; so entsteht das Stadtmarketing oder auch Stadtmanagement. In eine gleiche Richtung zielen die Versuche, angesichts sinkender Nachfrage insbesondere in Großsiedlungen den Wohnungsmarkt zu managen. Nachdem in westdeutschen Großsiedlungen Fluktuation, Kosten und Leerstände zunahmen und in Ostdeutschland Plattenbausiedlungen mit einem langfristigem Schwund der Bewohner konfrontiert wurden, hat die aufgrund ihrer finanziellen Macht bedeutende Wohnungswirtschaft mit der These der "überforderten Nachbarschaften"(Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen, 1998) den engen wohnungspolitischen Wahrnehmungshorizont überschritten und damit den Zugriff des Bau- und Wohnungswesens auf den Bereich des Sozialen vorbereitet. Sie reagierte auf die Vermietungs- und damit Renditeprobleme mit Wohnungsmanagement, Dezentralisierung, Stadtteilbüros, der Integration von Sozialarbeit in den eigenen Arbeitsbereich und der Forderung nach staatlichen Maßnahmen, die dann teilweise mit dem Programm "Soziale Stadt" realisiert wurden. Die klassische Stadtplanung war Verkehrs- und Bauplanung anhand spezifischer architektonischer und städtebaulicher Leitbilder, die Laien kaum aktiv in die Planung einwirken ließen. Die Auseinandersetzungen in den 60er und 70er Jahren um die Sanierung von Innenstadtbereichen und die Entwicklung in den Neubaugebieten, von Bürgerinitiativen bis hin zu Hausbesetzungen, hat in vielen Städten zu einer "behutsamen Stadtentwicklung" mit einer stärkeren Beteiligung der Betroffenen geführt. Diese wurde partiell gesetzlich verankert, so dass Methoden der Bewohnerbeteiligung entwickelt und z.B. mit Sanierungskommissionen und Anwaltsplanungen institutionalisiert wurden (vgl. Joppke und Mattern in: Rothschuh 2001). In der Sozialen Arbeit hat sich seit den 60er Jahren Gemeinwesenarbeit als Methode, später auch als Arbeitsprinzip, das in den verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit angewendet werden sollte, mit der Entwicklung in benachteiligten Stadtteilen und "Sozialen Brennpunkten" auseinandergesetzt. In Deutschland gibt es, anders als z.B. auch in den USA und den Niederlanden, bisher nur in wenigen Fällen durch BürgerInnen und ihre Vereine organisiertes Quartiermanagement (vgl. z.B. die Ausschreibung der Wohnungsgenossenschaft Beutelweg in Trier, www.sozialestadt.de). Verbunden sind die Entwicklungen mit sich verändernden Leitbildern staatlichen und kommunalen Handelns, die mit "Neuen Steuerungsmodellen", "Dezentralisierung", "Kundenfreundlichkeit", "Demokratisierung", Entwicklung des "aktivierenden Staates" umschrieben werden. Wenn Löhr schreibt, "das Programm dient damit -gleichsam ‚nebenher‘- der Verwaltungsmodernisierung und der basisdemokratischen Stärkung der Zivilgesellschaft" (Löhr 2001, S.110), so ist dies eine Hoffnung, der allerdings Widersprüchlichkeiten der Leitbilder entgegenstehen: Der "aktivierende" Staat ist nicht unbedingt "kundenfreundlich", die Budgetierung sieht kein Produkt "Soziale Beziehungen im Stadtteil" vor, die Koordination der Verwaltung ist nicht identisch mit der Aktivierung und Beteiligung der Menschen im Stadtteil (vgl. auch Hinte 2000, S.224 sowie Lanz 2000). Qualifikationen der QuartiermanagerInnen Die Erwartungen an die Personen, die als Quartiermanager arbeiten sollen, sind weit gespannt (vgl. auch Institut für Landes- und Entwicklungsforschung 2000 S. 72): "Es herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass ein Quartiermanager idealerweise "alles können muss", das heißt, ein hohes Maß an sozialer, fachlicher, planerischer, wirtschaftlicher, organisatorischer und kommunikativer Kompetenz besitzen sollte – bei gleichzeitigem Rückhalt in der lokalen Politik. Da es aber die "eierlegende Wollmilchsau" nicht gibt, sollte eine Streuung der Aufgaben und Qualifikationen auf mehrere Beteiligte vorgesehen werden" (Deutsches Institut für Urbanistik 2001, S.70)" "Am liebsten wäre uns derjenige, der als Kommunikationswissenschaftler in der Moderationsrolle perfekt ist; das kann nicht allein der Stadtplaner, allein der Sozialarbeiter sein....Es muss die Fähigkeit vorhanden sein, die Wirtschaftssprache, die Sozialsprache und die Planungssprache zu kennen und zu beherrschen... Das Ganzheitliche und nicht nur das eigene Fachressort zu sehen, ist eine wichtige Fähigkeit." .(ebda.,S. 126) Auffallend ist, dass die Qualifikationen, wie sie auch in Stellenausschreibungen zum Ausdruck kommen, in der Regel auf der Ebene der sozialen und personalen Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Motivationsfähigkeit angesiedelt sind; nicht definiert wird, welche Fachkompetenzen des jeweiligen Basisberufs, aus dem die BewerberInnen kommen, gefordert und genutzt werden Stadtteil- und Quartiermanager kommen aus verschiedenen Berufsgruppen, u.a. "Raum- oder Stadtplaner, Sozialpädagogen, Sozialwissenschaftler, Geographen, Verwaltungswirte und Landschaftsarchitekten" (Institut für Landes- und Entwicklungsforschung, 2000, S. 53). Aus welcher Berufsgruppe jemand eingestellt wird, hängt oft mit der Struktur in den Verwaltungen zusammen: Wenn die Bauverwaltung bei der Realisierung des Programms die Federführung hat, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass jemand aus dem Bausektor (Architekt, Planer...) den Arbeitsbereich übernimmt, gehört der Bereich zum Sozialressort, wird oft eine SozialarbeiterIn eingestellt. Zudem spielt die Verankerung der Gemeinwesenarbeit in den Ländern und Kommunen eine Rolle: Wo sich Gemeinwesenarbeit profiliert hat wie in Hessen, steht das Quartiermanagement eher in der Nähe von Sozialer Arbeit als in Ländern, in denen GWA in den letzten zwanzig Jahren ein Schattendasein geführt hat. Quartiermanagement erscheint dabei als "Überberuf", der Qualifikationen verschiedener planender, ökonomischer, sozialer und adminstrativer Professionen in sich vereint. Naheliegend ist es deshalb, dass verschiedentlich die Forderung nach einem eigenen Berufsbild (vgl. z.B. Hinte in Deutsches Institut für Urbanistik, 2000, S.126) erhoben wird. "Berufe" haben eine Doppelgestalt: Sie sind einerseits Bündelungen von bestimmten Tätigkeiten, die regelmäßig und gegen Entgelt ausgeübt werden und andererseits Bündelungen von Arbeitsfähigkeiten, d.h. Qualifikationen, die durch eine Ausbildung zum Zweck der Erwerbstätigkeit erworben werden. Grundsätzlich lassen sich neue Berufe entwickeln, aber ohne eine professionelle Ausbildung entsteht keine Profession. Professionen haben aber auch Traditionen, geschichtlich gewachsene Sichtweisen und Herangehensweisen, die sie auch an neu entstehende Probleme heranführen. Die angestrebte Supra- Professionalität, die sich durch den oft verwendeten Begriff der "Ganzheitlichkeit" kennzeichnen lässt, kann leicht in Nicht- Professionalität umschlagen, wenn allein auf die "sozialen Kompetenzen" und die "persönlichen Eigenschaften" der QuartiermanagerInnen abgestellt wird. Man kann m.E. nicht von einem "Beruf Quartiermanagement" im Sinne einer eigenen Profession sprechen. Quartiermanagement ist - jedenfalls in der jetzigen Epoche - eine beruflich ausgeübte Funktion unterschiedlicher Berufsgruppen; es ist allerdings sinnvoll, dass Grenzen zwischen ihnen durchlässig werden, dass man die Perspektiven der jeweils anderen Berufe kennen lernt und einbezieht, wie es insbesondere durch Fortbildungen, gemeinsame Studienabschnitte und Aufbaustudiengänge geschieht. Vieles spricht z.B. für die Kooperation von planerischen Berufen und Sozialer Arbeit, z.B. in einer Tandem- Lösung oder einem Team des Quartiermanagements. Quartiermanagement, GWA und Soziale Arbeit Die besondere Fähigkeit von Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen liegt darin, Menschen einzubeziehen und ihre Potenziale zu erkennen, denen gesellschaftlich vor allem Defizite zugeschrieben werden. Wenn Soziale Arbeit mit den "Stärken" der Menschen arbeitet, bedeutet dies nicht, dass sie sich auf die "Starken" reduziert, sondern gerade die "Stärken der Schwachen" achtet und in den Prozess einbringt. Für die Arbeit in benachteiligten Stadtteilen ist dies von besonderer Bedeutung: Oft verliert das Quartiermanagement sich in einzelnen "Angeboten", oft reduziert es sich auf die Zusammenarbeit mit einmal gefundenen Akteuren, oft vermeidet es Dialog mit als störend empfundenen Menschen und Gruppen. Auch in erfolgreichen Beteiligungsprojekten in Stadtteilen sind MigrantInnen, Moslems, jüngere Menschen, Männer mit geringer Ausbildung sowie Arbeitslose selten in die Prozesse involviert; man "käme eben an diese nicht heran", heißt es dann. Damit aber bleibt nichts anderes übrig, als sie entweder zu bloßen Objekten von gutgemeinten Projekten zu machen oder sie faktisch aus der angestrebten "Beteiligung" auszugrenzen. Quartiermanagement von Professionellen der Gemeinwesenarbeit und Sozialen Arbeit kann sich damit nicht einfach abfinden, sondern muss immer wieder neue Wege der Kommunikation mit ihnen finden. Soziale Arbeit unterscheidet sich von den anderen beteiligten Berufen dadurch, dass sie die Entwicklung und Gestaltung sozialer Beziehungen der Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht als Instrument für die Erreichung von anders bestimmten Zielen ansieht. "Gelingende soziale Beziehungen unter schwierigen Bedingungen" sind das eigentliche "Produkt" der professionellen Arbeit. Für Soziale Arbeit ist "Partizipation" nicht ein Vorgang, der sich vorrangig auf die Realisierung einzelner Projekte bezieht, sondern Projekte sind umgekehrt ein Instrument, mit dem die Menschen bemächtigt werden, mehr Bestimmung über die Gestaltung ihres eigenen Lebens zu haben. Gute SozialarbeiterInnen kennen die Lebenslage der Menschen in ihrem Umfeld, sie nehmen die unterschiedlichen Perspektiven innerhalb und außerhalb von Institutionen wahr, kommunizieren auf verschiedenen Ebenen, lassen sich auf Ungewissheiten von Beziehungen ein und respektieren den Eigensinn der Menschen. Es ist gut und wichtig, dass Sozialarbeiterinnen, die als Quartiermanager arbeiten, auch "managen" können und sich im rechtlichen, administrativen, wirtschaftlichen und planerischen Bereich auskennen, aber dies alles ist nichts ohne ihre Kompetenz, Beziehungen herzustellen und zu entwickeln. Quartiermanagement als Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit Gemeinwesenarbeit wird heute in den meisten Studiengängen der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik angeboten, Projekte der Gemeinwesenarbeit werden von freien Trägern wie von Kommunen durchgeführt; Gemeinwesenarbeit ist häufig auch Auftrag der kommunalen Sozialdienste; als Arbeitsprinzip spielt es in der Zielgruppenarbeit eine wesentliche Rolle. Dabei gibt es Schwerpunkte der Arbeit in den Bereichen Migration, Jugendarbeit, Arbeit mit benachteiligten Bewohnergruppen und der Arbeit in Obdachlosensiedlungen. Die in der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik entwickelte Gemeinwesenarbeit bietet ein Arsenal von allerdings oft verstreuten und nur partiell elaborierten Handlungsansätzen, Wissensbeständen und Methoden, die für die Funktion des Quartiermanagements teils aufgegriffen und angewendet, teils weiter entwickelt werden müssen, wie:
Wenn Gemeinwesenarbeit, möglichst in professionsübergreifenden Tandem- oder Teamlösungen- die Funktion des Quartiermanagement übernimmt, darf sie sich nicht reduzieren lassen auf "Betreuung" benachteiligter Bewohnergruppen, die faktisch parallel zur "Beteiligung" der von Bildung, Wohnsituation und Einkommen stärkeren Gruppen stattfindet; sondern ihre Stärke ist die Entfaltung der vielfältigen Potenziale der verschiedenen Menschen und Gruppen, Kulturen und Milieus. Dies bedeutet vorrangig, dass sie als "Pfadfinder" zu den Potenzialen der Menschen personalen Kontakt zu Schlüsselpersonen der verschiedenen Gruppen aufbauen und Netzwerke von sozialen Beziehungen entwickeln. Quellen Bahrdt, Hans Paul 1968: Humaner Städtebau, Hamburg, abgedruckt in: Müller, C.Wolfgang/ Nimmermann, Peter (Hrsg.) 1973: Stadtplanung und Gemeinwesenarbeit, München Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen e.V. GdW (Hrsg.) 1998: Überforderte Nachbarschaften, Köln und Berlin Deutscher Städtetag (Hrsg.), 1979: Hinweise zur Arbeit in sozialen Brennpunkten, Köln Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.) 2000 Arbeitspapiere Band 3, Programmgrundlagen, Berlin Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.) 2001, Arbeitspapiere Band 5, Dokumentation des Impulskongress Quartiermanagement, Berlin Elsen, Susanne, 1996: Zum Verständnis gemeinwesenorientierter Ökonomien, Sozial extra, November, S. 5-8 FOCO (Hrsg.) 1998: Forward to the roots..., Community Organizing in den USA, Bonn Hinte, Wolfgang 2001: Quartiermanagement als kommunales Gestaltungsprinzip, Blätter der Wohlfahrtspflege, 5+6/2001, S. 113-115 Hinte, Wolfgang, 1992: Von der Stadtteilarbeit zum Stadtteilmanagement, Blätter der Wohlfahrtspflege, S.119-122 Institut für Landes- und Entwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg)2000:, Heft 166: Analyse der Umsetzung des integrierten Handlungsprogramms, Dortmund Lanz, Stephan 2000, Der Staat verordnet die Zivilgesellschaft, Widersprüche, 78; S. 39ff Löhr, Rolf-Peter 2001: Wider die sozialräumliche Spaltung, Blätter der Wohlfahrtspflege, 5+6/2001, S. 109-112 Rothschuh, Michael (Hrsg.) 2001: Wege zur Sozialen Stadt – Bericht über eine Kooperationstagung der Hildesheimer Fachhochschule, Fachbereich Sozialpädagogik und der Hildesheimer Wohnungsbaugesellschaft gbg, Hildesheim, Download unter http://www.fh-hildesheim.de/FBE/FBS/download/WegeZurSozialenStadt.pdf |
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