|
Website von Michael Rothschuh |
|
|
Bürgerbewegung in Hamburg Wilhelmsburg Wilhelmsburg hat in Hamburg keinen guten Ruf: Durchfahrtschneisen von Bahn und Autobahnen, Industrie, viel Lärm, viele Abgase. Und die Menschen sind im Durchschnitt ärmer, aber auch jünger und internationaler. Ob man dort wirklich wohnen kann oder weite Teile nicht besser Hafen- oder Industriegebiet werden sollten, stand vor allem nach der verheerenden Flut im Jahr 1962 immer wieder zur Diskussion. Aber eine langjährige – von Parteien unabhängige und von niemandem bezahlte – Bewegung von WilhelmsburgerInnen hat sich immer wieder gewehrt und erfolgreich für Verbesserungen gekämpft und Stolz gezeigt. Diese Bürgerbewegung setzt Prinzipien um, die man im Community Organizing der USA findet, wie z.B. strategische Arbeit für Erfolge, Selbstorganisation der Bürgerinnen und Bürger, Unabhängigkeit, Orientierung an Eigeninteressen und gemeinsamen Werten, sowie die Kultur von persönlich-öffentlichen Beziehungen.
Dazu gehören auch fantasievolle Aktionen ohne Scheu vor Konflikten und zugleich kooperative Verhandlungen. Wie ist der gegenwärtige Stand? Immer wieder sonntags, der Lage entsprechend pünktlich fünf vor zwölf gibt es etwas Besonderes: von einer Beerdigungsfeier über einen Krimi, demonstrative Straßensperrungen, Beach-Parties und eine Auswanderung hin zur verantwortlichen Behörde und damit Aktionen, die die Öffentlichkeit auf die Folgen der Autobahnprojekte hinweisen. Zugleich überraschen solche Aktionen die Verantwortlichen und fordern sie zur Auseinandersetzung heraus. Lebendige Bündnisse, auch über Stadtteilgrenzen hinweg, sind geschmiedet. Immer mehr Menschen übernehmen verantwortliche Rollen. Die Bürgerinnen und Bürger haben den Entscheidern einen Beteiligungsprozess aufgezwungen und versuchen, sich dort nicht in die Rolle der zu Belehrenden degradieren zu lassen. Scheinbar feststehende Entscheidungen stehen plötzlich wieder auf dem Prüfstand. Das Wichtigste: Aus BewohnerInnen, die sich zusammen mit ihrem Stadtteil an den Rand geschoben gefühlt haben, wird mehr und mehr eine selbstbewusste und handlungsfähige Community. Autobahn-Projekte des Senats für Hamburg Wilhelmsburg
(Grafik aus einer Präsentation der die Planung
durchführenden DEGES, 2009, entnommen) Der Hamburger Senat plant zwei Bundesfernstraßen: - den Ausbau der B 4/75 Wilhelmsburger Reichsstraße auf Autobahnstandard und deren gleichzeitige Verlegung neben die Eisenbahn - im Bild schwarz eine West-Ost-Autobahn als Verlängerung der von Stade kommenden künftigen A26 über die A7 bis zur A1 (Hafenquerspange)- im Bild rot Auf den Unterseiten wird vor allem Stellung genommen zu diesen Autobahnprojekten .Über den Widerstand gegen die Projekte berichtet das Bündnis Zukuftsplan-statt-Autobahn.
|
|
Impressum: Michael Rothschuh, Ilenbrook 24, 21107 Hamburg, Tel. 0049 (0)40 6520296 |